Jugend-Europameisterschaft in Batumi (Oktober 2014)

Ein Zug fehlte zu Platz 3

Christoph mit fantastischem Schach

1 Zug fehlte zur ganz großen Sensation: Christoph Menezes spielte bei der U18 Europameisterschaft herausragend. Nachdem er gegen mehrere Internationale Meister und Großmeister angetreten ist, überspielte er in der Schlussrunde den starken Schweizer Georgiadis Nico.

Um Zug 30 herum hatte er eine Gewinnstellung erarbeitet. Platz 3 war zum Greifen nahe. Zum Schluss reichte es "nur" zum starken 12. Platz.

Martin und Denise - ebenfalls Top-20

Neben Christoph konnte noch einer der besten öst. Jugendspieler - Martin Christian Huber - einen Platz unter den ersten 20 belegen. Auch bei ihm wäre mehr drinnen gewesen, er fand aber nie seine beste Form. Denise Trippol - Niederösterreichs Aushängeschild im Jugendschach - spielte gut und verdiente sich den schönen zwanzigsten Platz.

1000 Teilnehmer - großteils aus Osteuropa

Georgien hat die Großveranstaltung gut organisiert. Spiel-und Wohnbediengungen waren gut, Batumi erwies sich als angenehme Stadt am Schwarzen Meer. Die östlichen Länder stellten große Abordnungen - allen voran Georgien und Russland mit je 135 Teilnhemern. Aber auch die Teams aus Armenien und Aserbaidschan entsendeten über 60 Teilnehmer.

Kleine Teams aus dem Westen - mit schwerem Stand

45 Länder waren insgesamt am Start. Österreich schickte 15 Jugendliche zur EM - für westliche Verhältnisse durchaus im Schnitt. Auch die Ergebnisse können sich da sehen lassen. Norwegen - das Land des Weltmeisters - schickte mit 18 Jugendlichen ein etwa gleich großes Team, konnte aber nur eine Top-20 Platzierung anschreiben.

Die Vorbereitung haben sie (vermutlich nur in Teilen) bei Carlsen abgeschaut. Der Fußballplatz war ständig vom Norwegischen Team besetzt. Aber auch das war kein Erfolgsgeheimnis. - Unser Team hat auch manchmal zu klassischen Trainingsmethoden gegriffen.

Russland (3x Gold - 11 Medaillen), Aserbaidschan und Armenien waren die erfolgreichsten Nationen. In Armenien ist Schach übrigens ein verpflichtender Unterrichtsgegenstand. Und der Präsident des Armenischen Schachbundes ist auch praktischer Weise Präsident von Armenien. ...

Gute Stimmung - voller Einsatz vom Anfang bis zum Ende

Die Trainerarbeit war sehr angenehm. Die Jugendlichen setzten sich voll ein, der persönliche Erfolg war mal großer, mal kleiner. Einge schnupperten zum ersten Mal internationale Schachluft und mussten dafür vor allem in den ersten Partien Lehrgeld bezahlen.

Ursula Huber sorgte als Deligationsleiterin für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Doch gegen eine chaotische Anreise (gefühlte 4 Stunden an der Türkisch-Georgischen Grenze im Chaos gesteckt...da sollte man alle EU-Nörgler drüber schicken) und mangelnden Schlaf (erst um 3 Uhr morgens kamen wir nach anstrengender 16-stündiger Anreise ins Bett) konnte auch sie nichts ausrichten.

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